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FRAUENKLEIDUNG

Die Kleidung der keltischen Frauen war in früherer Zeit etwas anders als die der Männer. Die Tunika wurde um die Taille gehalten und hatte selten Ärmel, sodass die Arme nackt blieben und auch die Brüste teilweise unbedeckt waren. Sie trugen einen Sagum, den sie, wie die Männer, mit einer Nadel oder Brosche befestigten, so wie sie es auch bei ihren anderen Kleidungsstücken taten. Bondiuca trug eine mehrfarbige, lange Tunika mit Falten, über der sie eine große Weste und einen dicken Mantel trug. Diese Kleidung trug sie ständig.

Eine Passage in der Ossian-Sage könnte auf die Einführung der römischen Toga anspielen, die von den Südbriten übernommen wurde: von Moina, der Tochter des Reuthamor, König von Balclutha, heißt es, dass ihr Kleid nicht wie das der Caledonier war, sondern „ihre Kleider waren aus fremden Landen.“ Die Frauen werden seit Jahrhunderten in Schaffell gehüllt dargestellt; doch die Beweise dafür sind zweifelhaft.

Die irischen Frauen trugen einen ähnlichen Umhang wie die Männer, nur etwas länger. Pinkerton, sich auf Giraldus berufend, sagt, sie trugen kleine caputii, oder Plaids mit Kapuzen und Leinenwesten. Es scheint dieser Umhang gewesen zu sein, der 1673 als „eine Art weites Kleid“ beschrieben wurde. Die Frauen der Highlands trugen vor der Heirat keine Kopfbedeckung; wenn sie sich das Privileg, ihn zu bedecken, erworben hatten, trugen sie den curch, curaichd oder breid aus Leinen, der über den Kopf gezogen, unter dem Kinn gebunden wurde und hinten spitz auslief. Auf beiden Seiten ließ man große Haarsträhnen bis auf die Brust herabhängen, wobei die unteren Enden mit geflochtenen Bändern verziert waren. Die Waliserinnen tragen bis heute ein Halstuch, das auf ähnliche Art und Weise gebunden wurde wie bei den Highlandern.

Der Tonnag ist ein kleines quadratisches Stück Tartan oder anderer Wollstoff, der wie ein Schultertuch getragen wurde.

Das Arisaid war ein eigentümliches Kleidungsstück, dasselbe, das auch Bondiuca trug, und dass in einem der Gedichte von Alexander MaxDonald erwähnt ist, so dass es zumindest bis 1740 getragen wurde. Dieses, gewöhnlich weiße, Plaid, mit ein paar schwarzen, blauen oder roten Streifen und so lang, das es vom Hals bis zu den Knöcheln reichte, fiel rundherum in schöne Falten, wurde um die Taille mit einem Gürtel gehalten und auf der Brust mit einer großes Brosche befestigt. Der Gürtel bestand aus Leder- und Silberteilen, was ihm das Aussehen einer Kette gab, und „am unteren Ende war ein Plättchen befestigt, ca. 20 cm lang und 8 cm breit, mit seltsamen Ornamenten graviert, das am Ende mit Edelsteinen oder Stücken aus roter Koralle besetzt war.“ Dieser ungewöhnliche Schmuck und das Gewand sind heute unbekannt.